Das Doppel-Socken-Prinzip

Doppel-Socken-Systeme, Verbreitung

Wir wissen aus Gesprächen mit Händlern für Lauf- und Wanderschuhe und aus Internetforen, dass das Prinzip, zwei Socken übereinander zu tragen, weit verbreitet ist. Vor allem Wanderer und Bergsteiger nutzen schon lange die Zwei-Socken-übereinander-Lösungen. Im Sportfachhandel finden sie den Nachschub für Innensocken (Unterziehsocken, auch „liner socks“ genannt) und Außensocken (Überziehsocken).

Weltweit gibt es zudem eine Handvoll Hersteller, die eine Aussensocke mit einer Innensocke durch Verbindungsnähte miteinander verbinden. WRIGHTSOCK ist einer dieser Hersteller. Beide Macharten, also die Machart mit zwei separaten Socken übereinander und die Machart der beiden miteinander verbundenen Socken, werden als sogenannte Doppel-Socken oder „double layer“ (Doppel-Lagig) bezeichnet.

Doppel-Socken, Wirkversprechen

Während andere Doppel-Socken-Hersteller (Doppel-Socken mit Verbindungsnähten) die Wirkweise von Doppel-Socken in der Blasenverhinderung garantieren, tun wir es mit WRIGHTSOCK nicht. Wir versprechen nicht das „Blaue vom Himmel herunter“, denn wir wissen um die vielen Besonderheiten der Schuhkonstruktion, Fußanatomie und Umgebungsbedingungen, die eine Blasenkontrolle am Fuß im Schuh schwierig machen.

Wer sich hier mehr für andere Blasenverhinderungsstrategien am Fu0 und im Schuh interessiert, kann auf dieser Webseite weitere Informationen finden, um die Fußblasen unter Kontrolle zu bringen: https://www.blasenberatung.de/

Unstrittig ist, dass man durch den Einsatz von Socken generell die Wahrscheinlichkeit verringern kann, dass Blasen im Sport entstehen, im Vergleich zu barfuß gehen in Schuhen. Doppel-lagige Socken, ob jetzt zwei Socken unverbunden übereinander, oder miteinander verbunden übereinander, vergrößern diese Wahrscheinlichkeit, stellen aber keine Garantie dar, dass Blasen verhindert werden können.

WRIGHTSOCK, Patente und Trade Mark

Der Hersteller der WRIGHTSOCK, Wrightenberry Mills, Inc. hat „DoubleLayer“ und „Anti-Blister System“ als Trademark eingetragen. Die doppel-lagige Konstruktion der WRIGHTSOCK fußt auf zwei Patenten: Patent #5.675.992 und Patent #5.778.702.

Patent 5.778.702: Double ply sock and methode of making same

Quelle für das Patent: Google patents: https://patents.google.com/patent/US5778702A/en?oq=5.778.702

Die Innovation bei diesem Patent:

Leser und Leserinnen, die sich in die weiter unten folgenden Studien einlesen, wird auffallen, dass die Feuchtigkeitstransportfähigkeit (English: „wicking“) für die blasenreduzierende Wirkung von zentraler Wichtigkeit ist. Beste Ergebnisse werden erzielt, wenn in der Innen- und Aussensocke die Garnzusammenstellungen auf das Ziel des optimalen Feuchtigkeitstransports abgestimmt sind und in der Aussensocke ein nicht hautseitig angeordnetes Polster eingebaut wird.

In dem hier betrachteten Patent wird die Kombination einer ungefärbten ungebleichten Innensocke mit einer gefärbten Aussensocke besprochen, wobei die Innensocke aus einem „antimicrobial“ und/oder „hydrophobic“ Garn hergestellt ist und mit der Außensocke vernäht wird.

Eine durch das Patent geschützte Option, eine ungefärbte Innensocke einbauen zu dürfen, bringt dabei nicht zu unterschätzende Vorteile:

Hautirritationen können durch die nicht zum Einsatz kommenden Färbemittel und deren Reaktion mit dem Fußschweiß entgegengewirkt werden. Dadurch wird die derart konstruierte Doppel-Socke zu einer guten Option für Diabetiker, die aus medizinischen Gründen keine mit Färbemitteln versehenen Socken tragen sollen.

Abstract: A double layer sock has an inner ply having a foot portion that is undyed and a dyed outer ply covering the inner ply and joined to the inner ply at an upper end of the inner and outer plies. The inner ply is formed of antimicrobial and/or hydrophobic yarns. A method of making a double ply sock includes knitting a singular tubular garment having a first section formed of undyed yarn and a second section of dyed yarn. The undyed section is inserted into the dyed section forming a two-ply construction having an undyed inner ply.

Auf der zum Patent gehörigen Zeichnung ist mit der Ordnungsnummer 12 die Innensocke („inner ply“) und mit der Ordnungsnummer 14 die Aussensocke („outer ply“) gekennzeichnet, wobei mit „ply“ eine Sockenlage bezeichnet wird.

Patent 5.675.992: Double layer sock with attached liner and method for forming same

Quelle für das Patent: Google patents: https://patents.google.com/patent/US5675992A/en?oq=5.675.992+

Die Innovation bei diesem Patent:

Doppel-Socken-Systeme, die aus zwei separaten miteinander verbundenen Socken zusammengestellt werden, können in einem für die Wirkungsweise der Blasenreduzierung strategisch wichtigen technischen Detail optimiert werden, was in diesem Patent erfolgte:

Da die in Verwendung kommenden Innensocken und Außensocken bei nicht miteinander vernähten Doppel-Socken meist von zwei unterschiedlichen Herstellern stammen, passen die Größenspezifikationen oft nicht gut zusammen, da die beiden Hersteller unterschiedliche Größenskalen verwenden.
Für den Sportler kann dies bedeuten, dass die Innensocke im ungünstigen Fall Falten werfen.

Der Patentinhaber Jerry O. Wrightenberry hatte dies erkannt und die Innensocke mit der Aussensocke nicht nur am oberen Schaftrand und im Zehenbereich verbunden, so wie das andere Hersteller von Doppel-Socken mit Verbindungsnähten auch tun, sondern eine sogenannte „dritte Verbindungnaht“ am Knöchel patentiert.

Die dritte Verbindungsnaht sorgt dafür, dass die Innensocke und Aussensocke optimal zueinander ausgerichtet sind und dadurch ein ungewolltes übermäßiges Verschieben der beiden Sockenlagen in Relation zueinander kontrolliert werden kann.
Die Wirkungsweise des Doppel-Socken-Systems hinsichtlich der Blasenreduzierung der WRIGHTSOCK wird durch diese dritte Verbindungsnaht wesentlich verbessert.

Und hier der sogenannte Abstract des Patents, für alle die sich noch etwas tiefer einlesen möchten um diese Innovation im Hinblick auf die Reduzierung der Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Blasen zu verstehen:

Abstract: A double layer sock that has a tubular inner ply having a foot portion and a leg portion merging substantially at the ankle of a wearer. A tubular outer ply surrounds the inner ply and has a foot and a leg portion merging substantially at the ankle of the wearer and aligned with the foot and leg portions of the inner ply. The plies are joined adjacent a top opening in the leg portion and arranged to receive a wearer’s foot. A seam joins the plies and is located substantially adjacent the merging of the foot and leg portions to maintain proper alignment of the foot portions of the two plies. Methods of making a two ply sock are also disclosed. Preferably, the seam connecting the plies is knit such that the plies maintain proper alignment with one another.

Die für das Patent wesentliche „dritte Verbindungsnaht“ auf Knöchelhöhe ist auf dieser Patentzeichnung mit der Ordnungsnummer 40 auf der Zeichnung gekennzeichnet.

Doppel-Socken, funktioniert das?

Wir haben in einem selbst erstellten umfangreichen Artikel uns die Frage gestellt „Zwei Socken übereinander, funktioniert das?
Der Artikel erklärt die Funktionsweise von Doppel-Socken-Systemen und geht auch auf die zum Einsatz kommenden Garn-Typen und Polsterungen ein. Hier geht es zu dem Artikel: https://www.blasenberatung.de/zwei-socken-uebereinander/

Doppel-Socken-Systeme: Wissenschaftliche und medizinische Informationen

Aus interessierten Kreisen in der Öffentlichkeit und der Presse werden wir in letzter Zeit öfters danach gefragt, ob es auch medizinisch-wissenschaftliche Untersuchungen und Artikel gibt, die sich mit der blasenreduzierenden Wirkungsweise von Doppel-Socken-Systemen beschäftigen. Wir haben Artikeln und Untersuchungen zusammengetragen und möchten alle Leser und Leserinnen dazu ermuntern, in die vorliegenden Daten und Informationen einzutauchen.

In unserer Nachforschung haben wir erfahren, dass viele Untersuchungen aus dem medizinisch-militärischen Bereich stammen. Vor allem das amerikanische Militär hat mit hohem medizinisch-forschenden Aufwand, Doppel-Socken-Systeme auf deren blasenreduzierende Wirkung untersucht.

In Anbetracht des beträchtlichen Aufwands, den solche Studien erzeugen, war das Militär auch unter untersuchungsspezifischen Gründen ideal als Studiendurchführer geeignet: Wer, außer dem Militär, ist schon in der Lage, mehrere Hundert Studienteilnehmer (Rekruten) auf Zuruf auf Märsche zu schicken, wo mit hinreichender Sicherheit Blasen auftreten werden.

Unsere Leser und Leserinnen werden sich fragen, warum das Militär ein solch großes Interesse daran hat, überprüfen zu wollen, ob Doppel-Socken-Systeme eine blasenreduzierende Wirkung haben. Um es kurz zu machen: Es geht hier um die Kosten, die entstehen, wenn in Trainings- und Kampfsituationen Blasen vom Sanitätsdienst behandelt werden müssen. Das US-Militär hatte Kosten in einem mehrstelligen Millionenbereich ermittelt, um blasengeplagte Rekruten und Soldaten zu versorgen. Weniger Blasen bedeutet zudem gerade für untrainierte Rekruten weniger Aufenthalte im Sanitätszelt.

Die Untersuchungen der Army haben sich natürlich nicht nur auf die Betrachtung von Einlagen-Socken und Doppel-Socken beschränkt, sondern auch andere denkbare blasenreduzierende Aspekte betrachtet, wie zum Beispiel das Auftragen von Pudern und Cremes und natürlich auch die Konstruktion der Kampfstiefel.
Auf diese anderen Möglichkeiten, das auftretenden von Blasen zu reduzieren, gehen wir hier der Übersichtlichkeit halber nicht ein.

Bei dem in den Artikeln verwendeten Begriff „double layer“ handelt es sich fast ausschließlich um nicht miteinander verbundene Socken.

Man kann davon ausgehen, dass die in den Untersuchungen beobachteten Wirkergebnisse mit Doppel-Socken, die miteinander vernäht sind, noch besser aussehen würden, vor allem wenn man die in den beiden Patenten beschriebenen Konstruktionsvorteile hinsichtlich der Reduktion von „Friction“ (Dritte Verbindungsnaht, optimierte Innensocke) und damit die Reduktion der Blasenwahrscheinlichkeit mit berücksichtigt.

Die jetzt folgende Übersicht an Artikeln zur Wirkungsweise und Wirkungssicherheit von Doppel-Socken-Systemen sammelt Artikel und Untersuchungen zum Thema. Wir haben hier nur eine Auswahl von Studien und Artikeln zusammengestellt. Noch unserem Wissen wurde noch viele weitere Untersuchungen durchgeführt, die wir Zug um Zug hier nachreichen werden.

Studien & Artikel zum Thema Doppelsocken und Blasenvermeidung

Artikel 1: Autsch, meine Füße!

Quelle: Deutsche Apothekerzeitung (Die Deutsche Apotheker-Zeitung (DAZ) ist die unabhängige pharmazeutische Fachzeitschrift für Wissenschaft und Praxis)
Autoren: Dr. Sabine Fischer, 2019

Link zum Artikel: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2019/daz-24-2019/autsch-meine-fuesse

Kurzusammenfassung:
Der Artikel gibt einen guten Überblick über Blasenentstehung, Blasenvorbeugung und auf dem Markt befindliche Blasenpflaster. Eine Quellenangabe in der Fußnote verweist auf einen auch von uns weiter unten erwähnten Artikel von Knapik: „Friction Blister“. Wichtig für unsere Betrachtung ist dieses Zitat aus dem Artikel von Frau Dr. Fischer: „Hilfreich kann es sein, zwei Paar Socken übereinander zu ziehen, da dann die Socken gegeneinander reiben und nicht gegen die Haut. Optimal sind hierbei feuchtigkeitsableitende, synthetische Socken aus unterschiedlichem Material, z. B. eine dünne Polyestersocke kombiniert mit einer Polypropylen-Socke.“

Zitat: „Hilfreich kann es sein, zwei Paar Socken übereinander zu ziehen, da dann die Socken gegeneinander reiben und nicht gegen die Haut. Optimal sind hierbei feuchtigkeitsableitende, synthetische Socken aus unterschiedlichem Material, z. B. eine dünne Polyestersocke kombiniert mit einer Polypropylen-Socke.“


Artikel 2: How to manage Friction Blisters

Quelle: Podistry Today
Author: Dough Richie, Jr., DPM, FACFAS, FAAPSM, June 2010
Link zum Artikel: https://www.hmpgloballearningnetwork.com/site/podiatry/how-to-manage-friction-blisters

Kurzzusammenfassung:
Es wird auf die Pathomechanics der Reibungsblasen am Fuß Bezug genommen und erklärt. Der Einfluss von Blasenverhinderungs-Strategien mit Puder, Antitranspiraten und deren teilweise nicht sichtbaren Blasenverhinderungswirkungen wird besprochen. Die Wirksamkeit von Einlagen in den Boots wird betrachtet. Richie geht auf eine Untersuchung des US-Militärs ein, wo nachgewiesen wurde, dass die Kombination einer Liner-Polyester Socke (wie sie bei WRIGHTSOCK zum Einsatz kommt) in Verbindung mit einer Außensocke der typischen Militärsocke überlegen war. Wer sich für die Details der Studie interessiert, findet am Ende des Artikels von Richie Quellenangaben in der Fußnote.

Zitat: „These studies have shown that the combination of a synthetic nylon or polyester liner with an outer padded wool sock significantly reduced blisters in comparison to the standard military sock“.


Artikel 3: Influcence of boot-sock systems on frequency and severity of foot blisters.

Quelle: PubMed gov – eine medizinische Datenbank der National Library of medicine, Bethesda, Maryland, USA
Autoren: J J Knapik, M P Hamlet, K J Thompson, B H Jones, Oktober 1996
Link zum Artikel: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/8918120/

Kurzusammenfassung:
357 Rekruten wurden in dieser Untersuchung im US. Marine recruit training auf Parris Island, South Carolina untersucht. Jeder Rekrut wurde einer von drei Fallgruppen zugeteilt. Die erste Gruppe wurde mit der Standard-Militär-Socke ausgestattet. Die zweite Gruppe bekam ein Doppelsocken-System mit Standard-Militär-Socke als Außensocke und innen eine Polyester-Socke (wie sie auch bei WRIGHTSOCK zum Einsatz kommt). Die dritte Gruppe trug eine besonders stark gepolsterte Aussensocke in Verbindung mit der gleichen Innensocke wie bei Gruppe Zwei. Gruppe Zwei und Gruppe Drei hatten nach der Auswertung deutlich weniger Blasen davongetragen als die Gruppe mit der einlagigen Standardsocke.

Zitat:The standard military sock with a polyester liner reduced the incidence of severe blisters, but the dense sock with the polyester liner reduced the overall incidence of blisters as well as the incidence of severe blisters“.