Barfußlaufen – die natürliche Wohltat für unsere Füße

Laufen ohne Schuhe – beispielsweise nur auf Socken – ist eine Wohltat für den ganzen Körper. Es kitzelt Bewegungsabläufe aus uns heraus, die die Evolutionsgeschichte eigentlich für uns vorgesehen hatte, bis die Segnungen des Schuhhandwerks uns etwas anderes lehrten.

Sohlendämpfung, Fußbett, Einlagen – der zivilisierte Fuß scheint ständig Unterstützung und Halt zu brauchen, um sein Tagespensum zu schaffen. Allerdings sind aus sportorthopädischer Sicht dämpfende Sohlen, korrigierende Einlagen und fixierende Fersenkappen wahrlich nicht der Weisheit letzter Schluss. Denn beim Blick in die Evolution wird schnell klar, dass unsere gelernte Art, beschuht auf der Ferse aufzutreten, nur die zweitbeste Fortbewegungsmöglichkeit darstellt. Anatomisch ist unser Körper auf das sogenannte Vorfußlaufen ausgelegt – eine Technik, die die meisten von uns komplett verlernt haben. Allerdings können wir sie schnell wieder ins vegetative Nervensystem zurückholen und schon nach wenigen Tagen auf das gesunde Vorfußlaufen umstellen. Eine Technik, die vor allem auch immer mehr Freizeitläufer für sich entdecken. Unter Profiläufern gibt es, zumindest bei den Kurz- und Mittelstrecken, wohl kaum einen Athleten, der über die Ferse läuft.

Prominente Befürworter aus dem Sportbereich

Einer der prominentesten Befürworter partiellen Barfußgehens ist Lauflegende Dr. Thomas Wessinghage. In seiner über 20jährigen Karriere als Spitzensportler hat er nach eigenen Angaben im Prinzip jeden seiner Läufe in Vorfußtechnik absolviert. Er und viele andere Sportmediziner raten ihren Patienten zu partiellem Barfußgehen bei so vielen Gelegenheiten wie möglich. Denn nach sportmedizinischer Sichtweise ist jede noch so kleine Strecke, die wir mit Socken oder barfuß gehen und dabei über den Fußballen abrollen, eine sehr gesunde Trainingseinheit für den gesamten Bewegungsapparat. Anatomisch gesehen ist das Fersenlaufen nämlich für den Körper sehr belastend – beim Auftreten auf der Ferse gehen die Stoßkräfte auf direktem Weg nach oben Richtung Knie und Hüfte. Wird auf dem Vorfuß aufgetreten, befindet sich das Bein in leicht angewinkelter Position und Fußgelenke, Knie und Hüfte federn den „Aufprall“ des Fußaufsetzens sehr elegant ab. Gleichwohl geben Dr. Wessinghage und gleichgesinnte Kollegen auch für Fersengeher Entwarnung, die lieber beim gewohnten Gang bleiben wollen. Durch die vielen Jahrzehnte Schuhgewöhnung hat sich der durchschnittliche Körper sehr gut an das Fersengehen gewöhnt, natürlich auch durch die Unterstützung der Schuhtechnik.

Auf Socken oder mit Barfußschuhen, so oft wie möglich

Am sinnvollsten ist ein kurzer Selbstversuch, um ins Vorfußlaufen hineinzuschnuppern. Dazu empfiehlt es sich, einfach nach Feierabend oder am Wochenende die Schuhe wegzulassen und bewusst eine kleine Strecke – idealerweise auf angenehmen Untergrund – mit Barfußschuhen, auf strapazierfähigen Socken oder ganz ohne Fußbekleidung zu absolvieren. Dabei solltest du bewusst darauf achten, vor dem Auftreten den Vorfuß nach vorne zu strecken und gezielt mit dem Fußballen aufzusetzen. Versuche zwischen drin bewusst, auch mal wieder auf Fersentechnik umzustellen. Du wirst feststellen, dass es beinahe schon unangenehm ist, mit der ungeschützten Ferse aufzutreten und möglicherweise stellst du schnell wieder auf die angenehmere Vorfußtechnik um. Auf keinen Fall solltest du das Vorfuß-Gehen oder -Laufen anfangs übertreiben, dabei wird nämlich die Achilles-Sehne stark beansprucht und auch beim sanften Versuch kannst du dich auf einen schönen Muskelkater einstellen.

Total-Umstellung ist im Alltag schwierig

Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Barfußschuh-Herstellern (z.B. Leguano), die verschiedenste Barfußschuhe herstellen, die alle mit äußerst dünnen, ungedämpften Sohlen ausgestattet sind, um die Fußsohlen vor Verletzungen zu schützen und ein bisschen Grip bereitzustellen. Theoretisch lässt sich also auch der Alltag, inklusive Job, in Barfußschuhen bestreiten. Viele Sportler sind aus Überzeugung zu Barfußschuhträger geworden. Echte Enthusiasten sind auch in den Bergen mit Barfußschuhen unterwegs, sogar beim Trailrunning. Allerdings setzt dies viel Erfahrung und eine Menge Kilometer ohne Schuhe voraus, um mögliche Risiken zu vermeiden, die in anspruchsvollem Gelände ohne festes Schuhwerk entstehen.

Aber gegen eine Runde Waldweg, einen Spaziergang am See oder eine leichte Laufrunde ist partout nichts einzuwenden. Gönn‘ dir dieses angenehme Workout für deine Füße und den gesamten Laufapparat so oft wie möglich. Und keine Sorge, auch in Barfußschuhen kannst du unsere doppellagigen Wrightsock tragen.

Von Christian Bonk

Barfußlaufen ist gesund

Ab und zu mal die Schuhe ausziehen und barfuß laufen – das ist gesunde Wellness für die Füße.

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