Mit 60 + allein auf den Eifelsteig

Von unserer Gastautorin Elke Bitzer

Als Rentnerin mit 60 + allein auf den Eifelsteig – mein besonderes Wanderprojekt im Jahr 2019. Gute Vorbereitung ist alles. Was gilt es bei der Planung zu berücksichtigen? Welche Hilfsmittel stehen mir zur Verfügung, welche muss ich selbst organisieren? Wie überliste ich den Miesepeter, der mir suggerieren möchte, dass ich das nicht schaffe?

Ich bin 63 Jahre alt und werde ein erstes Mal einen Fernwanderweg von A nach B wandern. Für dieses erste Mal habe ich mir den Eifelsteig ausgesucht. Das ist sicher nicht das leichteste Projekt für eine Anfängerin in meinem Alter. Die Eifel ist mir jedoch so an mein gesundes Herz gewachsen, dass dieser Fernwanderweg meinen Einstieg in die Welt der Mehrtagestouren bilden soll. Übrigens habe ich mit dem Begriff „Rentnerin“ ein paar Monate in die Zukunft gegriffen. Er verdeutlicht aber, welche Altersgruppe (63+) ich ansprechen möchte, denn ältere oder konditionell weniger agile Menschen sollten doch auch solche spannenden Projekte starten können. Ich bin zwar eine erfahrene und geübte Wanderin, aber ich schleppe ein paar überflüssige Kilos mit mir herum. Mein Kreuzbein und die Hüfte klagen zuweilen und so bin ich auf Achtsamkeit angewiesen, sobald ich mich in Bewegung setze.

Vorbereitung ist alles

Schon nach den ersten Etappen wird klar, zusätzlich zu meinem eigenen Körpergewicht möchte ich Gepäck nicht unnötig viel mit mir herumtragen. Also werde ich, wie es im Angebot der Eifel Tourismus enthalten ist, den Gepäcktransfer in Anspruch nehmen. Himmlisch, am Abend eine kleine Tasche mit allem Nötigen bereits in der Unterkunft vorzufinden. Trotzdem bringe ich grundsätzliche Dinge in meinem Rucksack unter, vor allem wenn die Etappen länger sind (> siehe Elkes Packliste).

Wie packe ich meinen Rucksack?

Die ersten 1-2 Kilometer trägt sich ein höheres Gewicht ungewohnt. Nichts ist nerviger, als wenn der Rucksack drückt und nach hinten zieht. Aus diesem Grund gibt es einige entscheidende Tipps, um dem entgegen zu wirken. Ich habe es in der Praxis getestet und bin mit folgender Verteilung gut gefahren.

  • Schwere Dinge nahe am Rücken
  • Nach unten ins Bodenfach packe ich Regenschutz und Erstehilfetasche, sowie Akkus und Ersatzkleidung/-socken
  • In das Hauptfach kommt die Lunchbox ganz nach unten, auch wenn es umständlicher ist, diese unter Jacken und diversen leichten Teilen rauszukramen.
  • Oben ins Deckelfach lege ich in Tüten verpackt Tempotücher z.B.

Füße brauche Freiheiten

Die Salomon Damen Xa Pro 3D Trailrunning-Schuhe geben den Gelenken mehr Freiraum. Der Fuß muss sich mehr anstrengen, die Muskeln und Bänder bleiben im Training. Gerade bei Mehrtagestouren stecken unsere Wanderfüße Tage hintereinander in den hohen Stiefeln, die schreien geradezu nach Freiheit. Meine noch ein Stück mehr, weil sie das Barfußlaufen gewohnt sind.

Weiterer Vorteil, die Socken müssen nicht so dick und hoch sein. So habe ich Gelegenheit meine dünnen WRIGHTSOCK Coolmesh II zu tragen, die es in den schönsten Farben gibt.

Elke mag es bunt

Die Sache mit den Wanderstöcken

Ich nehme sie jetzt immer mit. Die ersten Tage Eifelsteig waren geprägt von starken Schmerzen im linken Knie. Die Stöcke sind beim Berg herunter Wandern eine wichtige Unterstützung, da sie eine Menge Körpergewicht abfedern. Auch beim Hinaufwandern entlasten sie auf langen Strecken sehr gut. Dazu kommen orthopädische Knieschoner. Mit dieser Ausstattung fahre ich gut.

Planung der Busverbindungen

Dank der perfekt ausgearbeiteten Tourenvorschläge des Eifel Tourismus habe ich Informationen über die vorhandenen Busverbindungen. Die Abfahrtzeiten sind oft über die Apps der Verkehrsbetriebe bequem zu erfahren. Es ist ratsam daran zu denken Kleingeld in der Tasche zu haben, große Scheine wechseln sich manchmal im Bus nicht so leicht.

Zuwegungen vorher ausarbeiten

Da ich bei allen Touren auch einen GPS Track auf meinem Garmin GPSMAP 64s habe, arbeite ich zusätzlich Zuwegungen in die Tracks ein. Das funktioniert hervorragend mit dem Programm „BaseCamp“. Übrigens kann ich diese Tracks auch so konvertieren, dass sie über Smartphone genutzt werden können.

Mit 60 + alleine auf den Eifelsteig, das erfordert auch hin und wieder den Tatsachen ins Gesicht zu schauen und das eigene Leistungsvermögen zu akzeptieren. Also möchte ich Abkürzungsmöglichkeiten einplanen, ggf. Transfers mit Bus, Bahn oder vom Hotel auskundschaften.

Es erfordert aber eine für mich sehr ungewohnte Vorplanung, mich um diese Dinge zu kümmern. Als bequeme Tagestourenwanderin bin ich sehr verwöhnt. Daheim nutze ich das Fahrrad und meine Füße für innerstädtische Distanzen, für größere Einkäufe mein Auto. ÖPNV war mir bisher immer ein Alptraum. Ich stelle jedoch fest, dass nach einigen Tagen selbstständigen Unterwegsseins, der Schrecken vor der ÖPNV-Nutzung verschwunden ist.

Das Wetter…

ist unkalkulierbar. Es wird Sonne angekündigt und es schneit? Die Prognose Dauerregen ändert sich in strahlenden Sonnenschein? Alles schon gehabt. Also befindet sich in meinem Gepäck immer eine Bandbreite an Kleidungsstücken, die ggf. übereinander getragen eine wärmende Schicht ergeben. Die Regenjacke, soweit vorhanden, sollte so dimensioniert sein, dass mehr drunter passt, als nur ein dünner Pulli. Eine sehr praktische Angelegenheit ist eine dünne Softshelljacke deren Ärmel man abzippen kann.

Auf dem Weg

Mein Fazit – Mit 60 + alleine auf den Eifelsteig

Ich stelle fest, dass ich die jugendliche Flexibilität eingebüßt habe. Insofern ist die mehrtägige Wanderung auf dem anspruchsvollen Eifelsteig eine wichtige, prägende und vor allem bereichernde Erfahrung. Diese Tage haben mich gelehrt, dass es für alles immer eine Lösung gibt. Mir wird klar, dass ich körperlich mehr Leistung abrufen kann, als ich es für möglich gehalten habe.

  • Wir sind mit 60+ ganz sicher noch lernfähig.
  • Ob Frau oder Mann, alleine wandern kann jede/r
  • Der Wille entscheidet vieles
  • Überlegt euch gut welche Ausrüstung ihr wählt, dann kommt ihr trocken, blasenfrei und ohne sonstige Blessuren nach Hause.

Gebt niemals auf Dinge zu tun, die euch wichtig sind!

Am Start des Eifelsteigs

Elke verlässt ihre Komfortzone und begibt sich auf ihr erstes mehrtägiges Wanderabenteuer.
(Alle Fotos: Elke Bitzer)

Elkes Packliste:

  • Papiertaschentücher

  • Wasservorrat (mind. 2 Liter)

  • Navigationsgerät mit Ersatzbatterien

  • Kamera mit Ersatz-Akku

  • Handy

  • Taschenlampe

  • Taschenmesser

  • Erste-Hilfe-Tasche

  • Notfallzettel in der Geldbörse, mit Anschrift und Rufnummer eines Freundes oder Familienangehörigen

  • 1 Paar Trekkingstöcke

  • Lunchbox

  • Plastikbeutel für wasserempfindliche Teile

  • Abfallbeutel

  • Powerbank zum Nachladen des Handys

  • Ersatz-Shirt, Regenjacke und Wechselsocken

  • Spezial-Tipp: Für unterwegs eine himmlische Ergänzung, wenn es mal irgendwo zwackt, ist Body Glide „Relief“. Es wirkt wie meine Pferdesalbe, wärmt die betroffene Stelle und sorgt so für bessere Durchblutung. Dadurch, dass das Mittel in einem Stick geliefert wird, habe ich meine Hände sauber. Das Zeug brennt nämlich in den Augen und unterwegs Hände waschen ist selten möglich.

Mit diesem Modell war Elke u.a. unterwegs:

EIFEL-Wandersocke

ESCAPE crew EIFEL

Bekenne dich zur Eifel mit der Eifel-Wandersocke!

„Et jit net jerannt“

Es wird nicht gerannt, sondern ge(lust)wandert. Das Modell ESCAPE ist die klassische Wandersocke. Ganz gleich wie lange du unterwegs bist, dieses Sockenmodell ist für alle Ansprüche geeignet.

Hier kannst du die Eifel-Socke kaufen >>

ESCAPE crew Eifel-Edition

In Kombination mit einem Salomon Damen Xa Pro 3D Trailrunning-Schuh hat das Modell ESCAPE crew Elke guten Fußes durch die Eifel gebracht.

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